Der MR20 Karlsruhe beim Bike Festival in Willingen
Was für ein Wochenende im Sauerland! Das Bike Festival in Willingen stand vor der Tür, und wir waren mit einer starken MR20-Truppe am Start. Unser Fahrerlager war wie gewohnt der zentrale Anlaufpunkt für alle – es wurde geschraubt, gefachsimpelt, gegrillt und zusammen mitgefiebert. Sowohl beim Nachwuchs als auch bei den großen Downhill-Rennen wollten wir wissen, was auf der schnellen Strecke geht.
Doch das Sportliche rückte schon am Freitag beim freien Training komplett in den Hintergrund. Es erwischte Yannik Haus richtig heftig, sodass nach einem schweren Sturz sogar der Rettungshubschrauber kommen musste, um ihn ins Krankenhaus zu bringen. Im Fahrerlager herrschte verständlicherweise erst einmal tiefe Betroffenheit. Umso größer war die Erleichterung, als wir noch im Laufe des Tages die erste Entwarnung bekamen. Zum Glück gab es keine schweren Verletzungen und es ist nichts gebrochen! Am Samstag konnte Yannik das Krankenhaus auch schon wieder verlassen, auch wenn ein Start in der Klasse Pro U19 am Wochenende natürlich nicht mehr möglich war. Das war für uns alle definitiv die beste Nachricht des gesamten Wochenendes.
Als wäre der Sturz nicht schon genug Aufregung für den Freitag gewesen, zog am Freitagabend auch noch ein heftiges Unwetter über das Festivalgelände. Der Sturm hat das Fahrerlager ordentlich durchgewirbelt – da hieß es für das ganze Team kurzzeitig: Pavillons sichern und Zelte festhalten! Nachdem das Schlimmste vorbei war, haben wir im Fahrerlager erst einmal gemeinsam aufgeräumt.
Samstag: VPACE Kids Cup & iXS Seeding Run
Am Samstag wurde es dann das erste Mal sportlich ernst, und wir waren gleich an mehreren Fronten gefordert:
Beim VPACE Kids Cup legte unser Nachwuchs ordentlich vor:
Raesha Azriyan sorgte für das absolute Highlight des Tages: Wie schon in Winterberg zeigte sie ein perfektes Rennen und holte sich bei den Mini Girls mit einer bärenstarken Bestzeit von 53,1 Sekunden wieder den verdienten 1. Platz!
Ben Aigner hatte es bei den Maxi Boys mit einem riesigen Starterfeld zu tun. Nach zwei konstanten Läufen landete er am Ende auf einem soliden 34. Platz.
Zeitgleich ging es auf der großen Downhill-Strecke im iXS Downhill Cup mit dem Seeding Run zur Sache, um die Startpositionen für das Finale auszufahren:
Für Linus Felten (#440) (Rookies U15 male) war es das allererste echte Downhill-Qualifying überhaupt, nachdem er zuvor nur im Enduro Rennerfahrung gesammelt hatte. Er schlug sich super und holte den 25. Platz (2:42,14).
Levin Grossmann (#108) ging in der Klasse Pro U17 male an den Start und sicherte sich mit einer Zeit von 2:25,36 den 22. Rang.
In der Klasse Open Men gab es eine echte Freundschaftsaktion: Felizian Jochem sprang kurzfristig für einen Kumpel ein und startete mit dessen Startnummer 161 (offiziell als Julius Berger gelistet). Er hämmerte direkt eine bärenstarke Zeit von 2:15,05 Minuten in den Kurs und sicherte sich damit den hervorragenden 11. Platz im Seeding Run!
In der Klasse Elite Men fuhren Milan Arslan auf Platz 46 (2:15,71) und Ronald Smolka auf Platz 49 (2:17,86) solide Zeiten ein.
Sonntag: Großkampftag bei der Junior Trophy und den iXS Downhill Finals
Der Sonntag hatte es für uns alle in sich. Unsere Jüngsten schoben direkt den nächsten Renneinsatz hinterher, während zeitgleich die harten Finalläufe im Downhill anstanden.
Bei der Scott Junior Trophy stand für Raesha und Ben absolutes Neuland an – beide waren hier zuvor noch nie am Start:
Raeshas Story im U8-Rennen ist absolut legendär, wenn auch mit einem weinenden Auge: Weil Papa beim Zeitplan getrödelt hatte, verpasste sie den Start ihrer eigentlichen Altersklasse U6. Eigentlich verdammt ärgerlich, denn das hat sie um ein sicheres Treppchen gebracht! Schaut man nämlich auf ihre Zeit der ersten Runde (2:44,1), wäre sie in der U6 – die nur eine Runde fahren musste – auf einem sensationellen 2. Platz gelandet. Flexibel wie wir sind, ging es für sie stattdessen ganz hinten an der Startlinie bei den älteren Mädels in der U8 auf die Piste. Was sie dann abzog, hat uns sprachlos gemacht: Direkt nach dem Start raste Raesha von ganz hinten wie eine Rakete vor und lag kurzzeitig auf dem 3. Platz! Wir waren alle erstaunt, wie sie durch die älteren Mädels durchgeflogen ist. Auf der doppelten Renndistanz wurde sie später zwar wieder etwas nach hinten gereicht, biss sich aber durch und holte am Ende einen hervorragenden 9. Platz (5:38,4).
Ben bestritt ebenfalls sein allererstes Rennen bei der Scott Junior Trophy in der Klasse Jungs U10 und zeigte dort direkt vollen Kampfgeist: Nach einem starken Fight fuhr er als 15. (6:55,7) über die Ziellinie.
Parallel flogen beim iXS Downhill Cup Finale die Steine. Auch hier bewiesen unsere Jungs jede Menge Mut und starke Nerven:
Bei den Rookies U15 male zeigte Linus Felten bei seiner DH-Premiere echte Kämpferqualitäten: Nach Platz 25 im Qualifying legte er im Finale noch mal ordentlich nach, verbesserte sich im Ranking und sicherte sich einen starken 22. Platz im großen Starterfeld!
Levin Grossmann hätte vom Alter her eigentlich genau in dieser Klasse (U15) starten können, entschied sich aber ganz bewusst für die Herausforderung und meldete sich bei den "Großen" an. Er maß sich in der extrem stark besetzten Klasse Pro U17 male mit der älteren Konkurrenz, verbesserte seine Zeit auf 2:21,47 und belohnte seinen Mut mit einem Sprung nach vorne auf einen großartigen 20. Platz – ein verdientes Top-20-Ergebnis!
Auch Felizian Jochem hielt im großen Finale der Open Men noch mal voll dagegen: Nach seinem genialen Auftritt am Vortag legte er im entscheidenden Rennlauf eine Zeit von 2:15,046 nach und sicherte sich damit den starken 10. Platz – eine grandiose Leistung und ein riesiger Dienst für seinen Kumpel!
In der Klasse Elite Men machten es unsere beiden Starter extrem spannend und kamen fast im Formationsflug ins Ziel: Beide machten im Vergleich zum Vortag reichlich Plätze gut. Milan Arslan landete nach einem schnellen Run auf Platz 38 (2:15,66), dicht gefolgt von Ronald Smolka auf Platz 39 (2:15,86). Ein starker Auftritt der beiden auf der harten Strecke!
Am Ende packen wir die Fahrzeuge mit reichlich Sauerländer Staub im Gesicht, Medaillen im Gepäck und vor allem der Gewissheit ein, dass unser Team zusammensteht – egal ob bei Siegen, nach dem Sturm oder wenn es mal brenzlig wird. Gute Erholung weiterhin an Yannik sowie Glückwunsch an alle Finisher!